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Donnerstag, 8. mai 2008

Angst ist überall, auf der ganzen Welt. Ein aus Urzeiten stammender Schutzreflex, der in seinen Variationen unendlich erscheint. Ob klein, wie eine Spinne oder schnell, wie eine Atomrakete, ob groß, wie ein Hochhaus oder langsam, wie zähe Lava – alles, einfach alles kann angsteinflößend sein.

Was tun, wenn man in einer Gesellschaft aufwächst, in der es nahezu unmöglich ist seine Ängste zuzugeben ohne als Schwächling dargestellt zu werden? Männer kennen dieses Problem sicherlich. Der Kampf der Angst gegen den Stolz entspricht in ihrem Falle dem Kampf des Adrenalins gegen das Testosteron, meistens gewinnt natürlich das Testosteron. Eine Anmerkung für die XY-Träger: Jemand, der stark genug ist seine Schwächen und Ängste zuzugeben und dazu steht ist wirklich stark. Natürlich gilt das auch für die weibliche Fraktion, aber bitte liebe Frauen reitet nicht auf euren Ängsten herum, bis euch schwindelig wird, versucht der Ursache auf den Grund zu gehen, so könnt ihr beim nächsten Spinnenvorfall im Haus eurem Mann zeigen, wie stark ihr seid, indem ihr den kleinen Weberknecht auf eure Hand nehmt und ihn in die Freiheit entlasst. Frauen sind nach der allgemeinen Vorstellung Sklavinnen ihrer Ängste und Zwänge, soll heißen, dass sie nie etwas dagegen unternehmen, also bitte liebe Frauen, das lassen wir doch nicht auf uns sitzen.

Schon komisch, wie der Stolz beim männlichen Geschlecht den Angstabbau hindert und diesen Abbau beim weiblichen Geschlecht geradezu herausfordert.

Ein sehr heikles Thema ist die Angst der Kinder. Kinder mit Ängsten entwickeln Psychosen, die sie unter Umständen nie wieder in den Griff bekommen. Eltern sollten auf jeden Fall die Ängste ihrer Kinder ernst nehmen. Sei es auch nur ein Monster unterm Bett, für uns absolut irreal, für das Kind jedoch eine ernstzunehmende Bedrohung, also handelt und winkt nicht lächelnd ab, wie es schon der Großteil der Bevölkerung tut. Sobald Probleme auftauchen, die schwierig erscheinen, werden diese nur belächelt und in den Hintergrund gedrängt. Umweltverschmutzung? Atomare Abrüstung? Menschen die hungern? Alles völlig egal, es ist viel wichtiger am Samstag das Fegen des Trottoirs nicht zu vergessen, damit das so gut gepflegte Ansehen nicht sinkt.

Ich als Mitglied der weiblichen Fraktion kann mit ruhigem Gewissen sagen, dass ich keine Angst vor Spinnen habe, solang sie nicht 15 cm groß und behaart sind. Meine Ängste ähneln denen der Kinder. Die Angst des Verlusts eines lieben Menschen und manchmal auch ein Monster unterm Bett machen mir sehr zu schaffen. Dagegen ist kein Kraut gewachsen – nebenbei, viele Menschen denken, dass es Mittel gegen Angst gibt, dies endet oft in einer Sucht, auf der anderen Seite gibt es auch chronische Angsthasen, die sich durch ihre Ängste so sehr einschränken, dass man ihr Leben kaum noch als solches bezeichnen kann. Meine Ängste werden nicht durch Tabletten oder Tees, Tropfen oder Tinkturen gelöst – meist reicht ein Telefonat mit den Liebsten oder das doppelte Abschließen meiner Tür aus, um das rasende Herz und den wirren Kopf wieder in Einklang bringen.

von Sabrina veröffentlicht in: Essay
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Donnerstag, 17. april 2008
Alles fing an mit einer kleinen Frage.
Bin ich politisch oder nicht?
Viele Leute antworten viel zu schnell auf diese Frage, stellt sie Euch und hört in Euch hinein. Bist Du politisch? Naja, vielleicht, bei einigen Sachverhalten sicher...
Ja, ja schön und gut, ab wann ist man denn nun politisch?
In der allseits beliebten freien Enzyklopädie im Web leitet es sich von "die Politik betreffend" also aus dem griechischem polis für Stadt, Gemeinschaft ab. Bin ich städtisch? Oder bin ich gemeinschaftlich? Quatsch!
Bin ich politisch, wenn ich mich an unserer Demokratie beteilige?
Bin ich politisch, wenn ich gegen Ungerechtigkeit kämpfe?
Bin ich politisch, wenn ich meine eigene Meinung sage?
Bin ich schon morgens politisch?
Viele Schriftsteller werden als politisch oder unpolitisch bezeichnet, aber an welchen Kriterien macht man das genau fest?
Muss ich über die deutsche Vergangenheit schreiben um politisch zu sein?
Muss ich etwa gegen die Politik sein um politisch zu sein?
Ohje, das artet in einen persönlichen Krieg aus.
Politisch:
- im eigenen Inneren
- im privaten Umfeld
- in der Öffentlichkeit
Ist politisch gleichzusetzten mit kritisch?
Ich bin kritisch, politisch sein ist mir zu kompliziert!
von Sabrina veröffentlicht in: Tägliche Ungereimtheiten
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Mittwoch, 19. märz 2008
On peut parler tous les jours. On peut rêver tous les jours. On doit travailler tous les jours. On doit réfléchir tous les jours. On peut vivre au jour le jour, mais on n'est pas content.
Ce n'est pas toujours facile de créer sa vie, mais on peut essayer tous les jours, et ça c'est mieux que rien...
von Sabrina veröffentlicht in: Tägliche Ungereimtheiten
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Montag, 17. märz 2008
Oft gibt es direkt eine Antwort auf eine bestimmte Frage, eine Reaktion auf ein bestimmtes Problem.
Oft ist es einfach, durch das Leben zu gehen und die Antworten wie einen Apfel von einem Baum zu pflücken.
Oft hat man einen faulen Apfel erwischt, auch das hat oft etwas Gutes.
Oft ist es schon passiert.
Oft passiert es genau jetzt.
Oft wird es noch passieren.
Oft genug wird die Ernte schon vorbei sein und kein Apfel wird reif an dem Baum hängen, dann bleiben 3 Möglichkeiten:
- Nachsehen, ob der Vorrat im Keller die Lösung parat hat.
- Auf die nächste Ernte warten.
- Einen neuen Baum pflanzen, der andere Lösungen bringt.
Alles braucht seine Zeit, ob Ideen, Lösungen oder Yeah-brüllende Einfälle.
Die Welt ist schon schnell genug, und unser Leben ist zu kurz, um sich dieser Geschwindigkeit anzupassen.
von Sabrina veröffentlicht in: Tägliche Ungereimtheiten
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Donnerstag, 13. märz 2008
Der Frühling ist eine magische Zeit, das ist wohl unumstritten. Jede Jahreszeit hat ihre Reize, doch der Frühling ist frischer und jungfräulicher als alle anderen. Die kahlen Bäume, die tristen Büsche, alles wird nun wieder farbenfroher. Lang genug war es kalt und frostig, dunkel und trüb. Die Farbkleckse in der Natur ähneln dem Gemüt der Menschen in dieser besonderen Zeit. Das Lachen erfüllt nun endlich die wintergereizten Gesichter, die sich in den ersten Sonnenstrahlen wärmen. Die Luft ist vom Frühlingsduft geschwängert. Die ersten Boten zeigen sich in den Parks und Gärten. Krokusse stehen wie kleine Demonstranten auf ihrem Feld und strotzen nur so vor Stolz, denn sie sind die Ersten, die ihn verkünden.
Es ist die Zeit des Erwachens in der Natur und das spüren, sehen und riechen wir. Das Frühlings Erwachen – im Garten und auch im Haus, denn die Teenies sind nun auf dem Weg erwachsen zu werden. Das ist aber nicht das einzige geflügelte Wort, dass sich im deutschen Sprachgebrauch etabliert hat. Der so genannte 2. Frühling beschäftigt die schon erblühten. Bis jetzt kristallisiert sich heraus, dass der Frühling eine Art Suche ist, stimmt das? Die Pflanzen suchen nach Licht und Wärme der Sonne und die Menschen? Sonnenstrahlen machen die Menschen zwar glücklich, dennoch sind sie auf der Suche nach Liebe und Wärme einer anderen Person. Das erklärt die duzenden Frühlingsgedichte und -bilder, die sich bei einer kleinen Internetsuche häufen. Vögel, die in ihrer Balzzeit sind, benutzen manche Dichter als ihr lyrisches Ich, das nach der Liebsten schreit. Blumen, die ihre Knospen langsam öffnen, sind in den Frühlingsgedichten jungfräuliche Mädchen, die die Welt plötzlich mit anderen Augen sehen. Natürlich gibt es auch die eine oder andere negative Seite am Frühling: Viele Leute mögen ihn einfach nicht, da sie es nicht ausstehen können, wie sich die Menschen in ihrer Umgebung verhalten. Sie sind sanftmütig, verzaubert, inspiriert und fröhlich. Die anderen Frühlingsopfer sind die Heuschnupfengeplagten, die diese Schönheit nur aus der Ferne bewundern können, sodass sie nicht in einem Meer von Taschentüchern ertrinken.
Woran denken wir, wenn wir das Wort Frühling hören? Es klingt leicht und hell – es beschwingt uns, macht uns glücklich, denn wir wissen, dass es draußen langsam wärmer wird. In der Tat, es wird zwar wärmer, jedoch ist es noch zu kalt für ein Hemd und zu warm für den Wintermantel.
Und ich, bin ich auch ein Frühlingsopfer? Der Duft am Morgen, der verrät, dass es nicht mehr lange dauert bis ich in die Wohlfühl-Lounge der Natur flüchten kann. Es ist so schön sich auf einen sonnendurchtränkten Tag zu freuen, an dem der kalte Wind langsam abnimmt und der Himmel sich über mir wolkenlos im strahlensten Azurblau öffnet. Komisch, was der Frühling alles bewirkt, ohne wirklich zu wissen, dass er es ist. Meine Gedanken über ihn hätte ich nie so eingeschätzt. Er ist wirklich anregend und man versucht diese ewig währende Natur in von uns geschaffene Worte zu quetschen, viele haben es schon versucht – und jeder hat es geschafft zumindest einem winzig kleinem Ausschnitt von ihr einzufangen. Damit beende ich diesen Spaziergang und fange noch schnell die letzten Sonnenstrahlen des Tages ein, denn nichts ist momentan schöner als dieser Frühling.
von Sabrina veröffentlicht in: Essay
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Mittwoch, 5. märz 2008
Nichts dauert länger als das Warten, mehr braucht man dazu nicht sagen, der ganze Rest wäre überflüssig, wirklich, es ist wie es ist und manchmal scheint es unendlich, unendlich bis zum ersehnten Ende es kommt meistens, natürlich kommt es, es ist also absehbar, aber diese absehbare Zeit ist, da sie keine konkrete Zeitangabe hat und dadurch unkalkulierbar ist, immer zu lang!
von Sabrina veröffentlicht in: Tägliche Ungereimtheiten
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Dienstag, 4. märz 2008
Alle reden sie nur noch von irgendwelchen Abkürzungen, um zu zeigen, dass sie  die absoluten Überflieger in Sachen Weltverstehen sind. In Wirklichkeit sind sie aber nur arme kleine Leute, die sich hinter diesen ganzen Abkürzungen verstecken und hoffen, dass sie bloß niemand fragt, was denn diese oder jene bedeutet.
Auf der anderen Seite ist es vielleicht sogar notwendig diese Masse an Kürzeln zu erschaffen und sie natürlich auch zu benutzen, um Zeit zu sparen. Was würde wohl geschehen, wenn jeder diese Abkürzungen voll ausspricht?


Wieviel Zeit verschwenden wir wohl?

Natürlich verwende ich auch die Kürzel, warum auch nicht? Dennoch wäre es heutzutage besser Abkürzungen nur zu verwenden, wenn man auch wirklich weiß, was sie bedeuten...

Also: MfG und u.A.w.g.!!
von Sabrina veröffentlicht in: Tägliche Ungereimtheiten
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