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Donnerstag, 13. märz 2008
Der Frühling ist eine magische Zeit, das ist wohl unumstritten. Jede Jahreszeit hat ihre Reize, doch der Frühling ist frischer und jungfräulicher als alle anderen. Die kahlen Bäume, die tristen Büsche, alles wird nun wieder farbenfroher. Lang genug war es kalt und frostig, dunkel und trüb. Die Farbkleckse in der Natur ähneln dem Gemüt der Menschen in dieser besonderen Zeit. Das Lachen erfüllt nun endlich die wintergereizten Gesichter, die sich in den ersten Sonnenstrahlen wärmen. Die Luft ist vom Frühlingsduft geschwängert. Die ersten Boten zeigen sich in den Parks und Gärten. Krokusse stehen wie kleine Demonstranten auf ihrem Feld und strotzen nur so vor Stolz, denn sie sind die Ersten, die ihn verkünden.
Es ist die Zeit des Erwachens in der Natur und das spüren, sehen und riechen wir. Das Frühlings Erwachen – im Garten und auch im Haus, denn die Teenies sind nun auf dem Weg erwachsen zu werden. Das ist aber nicht das einzige geflügelte Wort, dass sich im deutschen Sprachgebrauch etabliert hat. Der so genannte 2. Frühling beschäftigt die schon erblühten. Bis jetzt kristallisiert sich heraus, dass der Frühling eine Art Suche ist, stimmt das? Die Pflanzen suchen nach Licht und Wärme der Sonne und die Menschen? Sonnenstrahlen machen die Menschen zwar glücklich, dennoch sind sie auf der Suche nach Liebe und Wärme einer anderen Person. Das erklärt die duzenden Frühlingsgedichte und -bilder, die sich bei einer kleinen Internetsuche häufen. Vögel, die in ihrer Balzzeit sind, benutzen manche Dichter als ihr lyrisches Ich, das nach der Liebsten schreit. Blumen, die ihre Knospen langsam öffnen, sind in den Frühlingsgedichten jungfräuliche Mädchen, die die Welt plötzlich mit anderen Augen sehen. Natürlich gibt es auch die eine oder andere negative Seite am Frühling: Viele Leute mögen ihn einfach nicht, da sie es nicht ausstehen können, wie sich die Menschen in ihrer Umgebung verhalten. Sie sind sanftmütig, verzaubert, inspiriert und fröhlich. Die anderen Frühlingsopfer sind die Heuschnupfengeplagten, die diese Schönheit nur aus der Ferne bewundern können, sodass sie nicht in einem Meer von Taschentüchern ertrinken.
Woran denken wir, wenn wir das Wort Frühling hören? Es klingt leicht und hell – es beschwingt uns, macht uns glücklich, denn wir wissen, dass es draußen langsam wärmer wird. In der Tat, es wird zwar wärmer, jedoch ist es noch zu kalt für ein Hemd und zu warm für den Wintermantel.
Und ich, bin ich auch ein Frühlingsopfer? Der Duft am Morgen, der verrät, dass es nicht mehr lange dauert bis ich in die Wohlfühl-Lounge der Natur flüchten kann. Es ist so schön sich auf einen sonnendurchtränkten Tag zu freuen, an dem der kalte Wind langsam abnimmt und der Himmel sich über mir wolkenlos im strahlensten Azurblau öffnet. Komisch, was der Frühling alles bewirkt, ohne wirklich zu wissen, dass er es ist. Meine Gedanken über ihn hätte ich nie so eingeschätzt. Er ist wirklich anregend und man versucht diese ewig währende Natur in von uns geschaffene Worte zu quetschen, viele haben es schon versucht – und jeder hat es geschafft zumindest einem winzig kleinem Ausschnitt von ihr einzufangen. Damit beende ich diesen Spaziergang und fange noch schnell die letzten Sonnenstrahlen des Tages ein, denn nichts ist momentan schöner als dieser Frühling.
von Sabrina - veröffentlicht in: Essay
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